Die endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie (ERCP) ist ein Verfahren, das Endoskopie und Durchleuchtung kombiniert, um bestimmte Erkrankungen der Gallenwege oder des Pankreasgangs zu diagnostizieren und zu behandeln.

Es handelt sich um eine spezialisierte Untersuchung, bei der der Arzt ein Seitblickendoskop über den Magen und den ersten Abschnitt des Zwölffingerdarms bis zur Einmündung des Gallengangs und des Pankreasgangs (Papilla Vateri) vorschiebt. Anschließend kann Kontrastmittel in die Gänge des Gallenwegsystems und der Bauchspeicheldrüse eingebracht werden, sodass diese im Röntgenbild sichtbar werden.

Die ERCP wird vor allem zur Diagnose und Behandlung von Erkrankungen der Gallenwege und des Hauptpankreasgangs eingesetzt, darunter Gallensteine, entzündliche Stenosen (Vernarbungen), Leckagen (nach Verletzung oder Operation) und Krebserkrankungen.

Die Untersuchung erfolgt in der Regel nach intravenöser Gabe von Medikamenten zur Sedierung, unter kontinuierlicher Überwachung der Herz-Kreislauf- und Atemparameter des Patienten. So wird eine ruhige, weitgehend schmerzfreie und gründliche Untersuchung ermöglicht. Das Seitblickendoskop wird anschließend über den Mund in die Speiseröhre, den Magen und durch den Pylorus in den Zwölffingerdarm eingeführt, wo sich die Papilla Vateri befindet. Der Sphinkter Oddi ist ein Muskelventil, das die Öffnung der Papille steuert. Bei Bedarf kann Ihr Arzt einen kleinen Schnitt durchführen (Sphinkterotomie oder Papillotomie), der den Zugang erleichtert, sodass Steine entfernt oder andere Behandlungen problemlos durchgeführt werden können.

In ausgewählten Fällen kann der Gastroenterologe ein Miniendoskop durch den Arbeitskanal des Standardendoskops in das Gallenwegsystem vorschieben und dessen Lumen direkt einsehen. Dieses Verfahren wird Cholangioskopie genannt und dient dazu, große Steine mittels Lithotripsie zu zertrümmern oder gezielte Biopsien aus bestimmten Abschnitten der Gallenwege und des Pankreasgangs zur Abklärung von Malignität zu entnehmen.

Komplikationen der ERCP sind nicht häufig, dennoch handelt es sich um eine spezialisierte und invasive Untersuchung. Eine Reizung der Bauchspeicheldrüse tritt in 5% der Fälle auf, andere wie Blutungen oder Infektionen liegen bei etwa 1% der Patienten.

Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt nicht das ausführliche Aufklärungsgespräch über den Ablauf der ERCP und der Cholangioskopie mit Ihrem Gastroenterologen.

Behandelt werden auf diesem Weg unter anderem Gallengangssteine, Stenosen bei Cholangiokarzinom sowie frühe Läsionen bei Magenkrebs und Darmkrebs.

Wobei die ERCP eingesetzt wird

  • Steine im Gallengang, die endoskopisch entfernt werden
  • Stenosen, die dilatiert oder mit einem Stent versorgt werden
  • Unklare Strikturen, mit gezielter Biopsie über die Cholangioskopie
  • Komplikationen nach Operationen an den Gallenwegen
  • Erkrankungen des Pankreasgangs

Häufige Fragen

Die MRCP ist eine rein diagnostische Magnetresonanzuntersuchung, die die Gänge darstellt, ohne dass ein Instrument in den Körper gelangt. Die ERCP ist ein endoskopisches Verfahren und vor allem therapeutisch: sie entfernt Steine, dilatiert Stenosen und legt Stents ein.

Weil die Papilla Vateri, die Einmündung von Gallen- und Pankreasgang, seitlich in der Wand des Zwölffingerdarms liegt. Mit einem Endoskop mit Seitblickoptik lässt sie sich direkt einsehen und gezielt sondieren.

Die Post-ERCP-Pankreatitis. Aus diesem Grund wird die ERCP nicht als reine diagnostische Untersuchung eingesetzt: wenn es nur um die Darstellung geht, tragen MRCP oder Endosonographie dieses Risiko nicht.

Letzte Aktualisierung des Inhalts: September 2026 (22/09/2026).