Definition
Polypen sind abnorme Ausstülpungen der Schleimhaut im Verdauungstrakt, meist im Dickdarm. Sie können einzeln oder mehrfach auftreten und werden in adenomatöse (präkanzeröse) und nicht-neoplastische Polypen eingeteilt.
Pathogenese
Polypen können durch genetische Mutationen, chronische Reizung des Darms oder entzündliche Zustände entstehen. Adenomatöse Polypen tragen ein erhöhtes Malignitätsrisiko, insbesondere wenn sie größer als 1 cm sind oder histologische Hochrisikomerkmale aufweisen.
Diagnose
Die Diagnose erfolgt durch Koloskopie, die eine direkte Visualisierung und Entfernung der Polypen zur Biopsie ermöglicht. Bildgebende Verfahren wie die CT-Kolonographie können als Alternativen genutzt werden.
Behandlung
Die Behandlung umfasst die endoskopische Entfernung der Polypen, während bei Hochrisikofällen eine chirurgische Behandlung erforderlich sein kann. Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen durch Koloskopien sind notwendig, um die Entwicklung von Darmkrebs zu verhindern. Diätetische Änderungen und der Verzicht auf Rauchen können das Rückfallrisiko verringern.
Die Entfernung erfolgt im Rahmen der Darmspiegelung und ist der Mechanismus, über den der Darmkrebs verhindert wird. Größere oder flache Läsionen werden mittels submukosaler Dissektion abgetragen.
- Adenom unter 10 mm mit niedriggradiger Dysplasie: keine gesonderte Nachsorge
- Adenom ab 10 mm, hochgradige Dysplasie oder ab 5 Adenomen: Kontrolle nach 3 Jahren
- Unauffällige Vorsorge: nächste Koloskopie nach 10 Jahren
- Beginn der Vorsorge mit 45 Jahren
Häufige Fragen
Quellen
- European Society of Gastrointestinal Endoscopy, Post-polypectomy colonoscopy surveillance: ESGE Guideline Update 2020. https://doi.org/10.1055/a-1185-3109
Letzte Aktualisierung des Inhalts: September 2026 (22/09/2026).

