Definition
Divertikel sind kleine, sackartige Ausstülpungen, die sich in den Wänden des Verdauungstrakts bilden, meist im Dickdarm. Wenn sie entzündet sind, spricht man von Divertikulitis.

Pathogenese
Die Entstehung von Divertikeln ist mit erhöhtem Druck im Darminneren verbunden, verursacht durch ballaststoffarme Ernährung oder chronische Verstopfung. Entzündungen in Divertikeln können durch eingeklemmten Stuhl oder Mikrotraumata entstehen.

Diagnose
Die Diagnose erfolgt in der Regel durch Koloskopie oder bildgebende Verfahren wie CT-Scans. Bei akuter Entzündung sind klinische Symptome wie Schmerzen im linken Unterbauch und Fieber typisch.

Behandlung
Die Behandlung hängt von der Schwere der Erkrankung ab. Bei asymptomatischen Divertikeln werden diätetische Änderungen mit erhöhter Ballaststoffzufuhr empfohlen. Bei Divertikulitis werden Antibiotika eingesetzt, und in schweren Fällen kann eine Operation erforderlich sein. Eine kontinuierliche Überwachung hilft, Rückfälle und Komplikationen zu vermeiden.


Zahlen im Überblick: Die Häufigkeit von Divertikeln steigt deutlich mit dem Alter. Die Koloskopie wird nicht in der akuten Phase, sondern erst 6 bis 8 Wochen nach Abklingen der Entzündung durchgeführt, um eine Perforation zu vermeiden und ein Neoplasma auszuschließen.

Begünstigend wirken eine ballaststoffarme Ernährung und chronische Verstopfung. Nach Abklingen der Entzündung dient die Darmspiegelung dem Ausschluss eines Darmkrebses.

Zahlen im Überblick

  • Die Koloskopie erfolgt 6 bis 8 Wochen nach der akuten Phase
  • Nüsse und Körner müssen nicht gemieden werden
  • Leichte unkomplizierte Divertikulitis oft ohne Antibiotika
  • Die Divertikelblutung ist typischerweise schmerzlos

Häufige Fragen

Nein. Das war jahrzehntelang die übliche Empfehlung, ausgehend von der Annahme, kleine Partikel könnten sich in Divertikeln festsetzen und eine Entzündung auslösen. Die Datenlage hat das nicht bestätigt und die Empfehlung wurde aufgegeben. Eine ballaststoffreiche Ernährung, zu der auch Nüsse gehören, ist vorteilhaft.

Nicht mehr. Bei leichter, unkomplizierter Divertikulitis und ausgewählten Patienten ohne Risikofaktoren kann die Behandlung ohne Antibiotika erfolgen, mit Ernährung, Schmerztherapie und engmaschiger Kontrolle. Bei komplizierten Verläufen bleiben Antibiotika erforderlich. Die Entscheidung wird individuell getroffen.

Weil die Darmwand während der akuten Entzündung verletzlich ist und die Untersuchung das Perforationsrisiko erhöht. In der akuten Phase ist die Computertomographie die Methode der Wahl. Die Koloskopie wird nach Abklingen geplant, meist nach sechs bis acht Wochen, und ist wichtig, weil sie ein Neoplasma mit ähnlichem Bild ausschließt.

Charakteristischerweise nicht. Sie äußert sich als plötzlicher, schmerzloser Abgang einer erheblichen Blutmenge aus dem Enddarm und tritt meist ohne begleitende Entzündung auf. Sie zählt zu den häufigsten Ursachen einer unteren gastrointestinalen Blutung und erfordert eine rasche ärztliche Abklärung, auch wenn sie von selbst sistiert.

Quellen


Letzte Aktualisierung des Inhalts: September 2026 (22/09/2026).