Definition
Idiopathische entzündliche Darmerkrankungen (IBD) umfassen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Morbus Crohn kann jeden Abschnitt des Magen-Darm-Trakts betreffen, während Colitis ulcerosa auf den Dickdarm und das Rektum beschränkt ist. Beide Erkrankungen sind durch chronische Entzündungen gekennzeichnet.

Pathogenese
Die Ursache von IBD ist unbekannt, jedoch spielen genetische, umweltbedingte und immunologische Faktoren eine Rolle. Eine Fehlregulation des Immunsystems führt zu einer Entzündung des Darms, häufig bei genetisch prädisponierten Personen.

Diagnose
Die Diagnose basiert auf klinischen Symptomen wie Durchfall (mit oder ohne Blut), Bauchschmerzen und Müdigkeit. Der Arzt bestätigt die Diagnose durch Tests wie Endoskopie mit Biopsie und bildgebende Verfahren wie Magnetresonanztomografie. Laborparameter wie CRP und Calprotectin sind ebenfalls hilfreich.

Behandlung
Die Behandlung umfasst Medikamente (Aminosalicylate, Kortikosteroide, Immunsuppressiva, Biologika), Ernährungsunterstützung und, falls erforderlich, chirurgische Eingriffe zur Behandlung von Komplikationen. Eine individuelle Betreuung durch einen spezialisierten Gastroenterologen ist entscheidend.


Die Diagnose stützt sich auf die Darmspiegelung mit Biopsien. Bei langjährigem ausgedehntem Befall steigt das Risiko für Darmkrebs, weshalb eine Überwachung erfolgt.

Zahlen im Überblick

  • Colitis ulcerosa: nur Dickdarm, kontinuierlich, Entzündung auf die Mukosa begrenzt
  • Morbus Crohn: gesamter Verdauungstrakt, fleckförmig, transmural
  • Fäkales Calprotectin: erhöht bei IBD, normal beim Reizdarm
  • Nächtliche Stuhlgänge sprechen gegen ein Reizdarmsyndrom

Häufige Fragen

Die Colitis ulcerosa betrifft nur den Dickdarm, beginnt im Rektum und breitet sich kontinuierlich aus, wobei die Entzündung auf die Schleimhaut begrenzt bleibt. Der Morbus Crohn kann den gesamten Verdauungstrakt befallen, mit fleckförmigem Muster und Entzündung durch die gesamte Wanddicke, weshalb Stenosen, Fisteln und Abszesse auftreten.

Über Zeichen organischer Erkrankung: Blut im Stuhl, Fieber, Gewichtsverlust, Anämie und vor allem nächtliche Stuhlgänge, die aus dem Schlaf wecken, die beim Reizdarmsyndrom nicht vorkommen. Das fäkale Calprotectin ist bei chronisch entzündlicher Darmerkrankung erhöht und bei funktioneller Störung normal. Die Koloskopie mit Biopsien liefert die endgültige Antwort.

Weil eine langjährige, ausgedehnte Entzündung des Dickdarms das Risiko für Darmkrebs erhöht. Patienten mit ausgedehntem Befall über mehrere Jahre werden in ein Überwachungsprogramm mit gezielten Biopsien aufgenommen, in Intervallen nach Ausdehnung, Dauer und Aktivität der Erkrankung.

Quellen


Letzte Aktualisierung des Inhalts: September 2026 (22/09/2026).