Definition

Ösophagusdivertikel sind eine Erkrankung, bei der sich sackartige Ausstülpungen in der Wand der Speiseröhre bilden.

Diese Ausstülpungen können Muskelgewebe oder nur die Schleimhaut- und Submukosaschicht der Speiseröhre enthalten.

Es handelt sich um eine relativ seltene Erkrankung im Vergleich zu den viel häufigeren Divertikeln des Dickdarms.

Pathogenese

Die Pathogenese von Ösophagusdivertikeln kann multifaktoriell sein.

Sie entstehen typischerweise aufgrund einer Schwäche in der Muskelwand der Speiseröhre, die durch entzündliche Prozesse, chronischen Druck oder neuromuskuläre Störungen verursacht werden kann.

Diagnose

Die Diagnose von Ösophagusdivertikeln erfolgt in der Regel durch Endoskopien, wie z. B. eine Ösophagogastroduodenoskopie, die eine direkte visuelle Beurteilung des Inneren der Speiseröhre ermöglicht.

Röntgenaufnahmen oder CT-Scans können ebenfalls für eine detailliertere Beurteilung eingesetzt werden.

Behandlung

Die Behandlung von Ösophagusdivertikeln hängt von der Größe, dem Ort und der Schwere der Symptome ab.

  • Kleine, asymptomatische Divertikel erfordern in der Regel keine Behandlung.
  • In schwereren Fällen können Behandlungen Medikamente, Ernährungsumstellungen oder sogar chirurgische Eingriffe umfassen.
  • Medikamentöse Behandlung: Medikamente zielen darauf ab, die Magensäure zu reduzieren oder die Motilität der Speiseröhre zu verbessern.
  • Ernährungsumstellungen: Werden oft empfohlen, um Symptome zu lindern und eine Verschlimmerung der Erkrankung zu verhindern.
  • Chirurgie: In schweren Fällen, bei denen Divertikel signifikante Dysphagie oder andere gefährliche Symptome verursachen, kann eine Operation erforderlich sein, um das Divertikel zu entfernen oder die Speiseröhre zu reparieren.

Mit der Entwicklung der endoskopischen Mikrochirurgie in den letzten Jahren ist die endoskopische Behandlung von Ösophagusdivertikeln zunehmend möglich geworden.

Durch neue Methoden wie Z-POEM (perorale endoskopische Myotomie für Zenker-Divertikel) und andere können Patienten umfangreiche und schwierige chirurgische Eingriffe vermeiden.

Die Behandlung von Ösophagusdivertikeln sollte von einem spezialisierten Arzt durchgeführt werden, der eine personalisierte Versorgung entsprechend der Erkrankung und den Bedürfnissen des Patienten anbieten kann.

Epiphrenische Divertikel sind meist Folge einer Motilitätsstörung der Speiseröhre. Nicht zu verwechseln mit den Divertikeln des Dickdarms, die eine andere Erkrankung darstellen.

Zahlen im Überblick

  • Das Zenker-Divertikel entsteht oberhalb des Musculus cricopharyngeus
  • Epiphrenische Divertikel sind meist Folge einer Motilitätsstörung
  • Kleine beschwerdefreie Aussackungen werden beobachtet, nicht behandelt
  • Die endoskopische Septotomie erfolgt über den Mund, ohne äußeren Schnitt

Häufige Fragen

Wodurch entsteht ein Ösophagusdivertikel?

Das hängt von der Lokalisation ab. Ein Zenker-Divertikel entsteht oberhalb des Musculus cricopharyngeus, der nicht ausreichend erschlafft, das eigentliche Problem ist also muskulär und nicht der Sack selbst. Epiphrenische Divertikel sind meist Folge einer zugrunde liegenden Motilitätsstörung, häufig einer Achalasie, weshalb vor der Behandlung eine Manometrie erfolgt.

Müssen alle Divertikel behandelt werden?

Nein. Kleine, beschwerdefreie Aussackungen werden nur beobachtet. Eine Behandlung ist angezeigt bei Dysphagie, Regurgitation unverdauter Speisen, Mundgeruch oder Gewichtsverlust, und vor allem bei Aspirationen, die bei älteren Patienten ein Pneumonierisiko bergen.

Wie wird ein Zenker-Divertikel behandelt?

Durch eine endoskopische Septotomie über den Mund, ohne äußeren Schnitt. Das Septum zwischen Sack und Speiseröhre wird samt den Fasern des Musculus cricopharyngeus durchtrennt, wodurch die Barriere entfällt. Der Vorteil gegenüber der offenen Operation ist bei älteren Patienten am größten, die Erholung ist kurz.

Quellen


Letzte Aktualisierung des Inhalts: September 2026 (15/09/2026).