
Die kontrastverstärkte Endosonographie (CE-EUS) ist ein endosonographisches Verfahren, bei dem ein intravenöses Kontrastmittel das Gefässmuster einer Läsion sichtbar macht. Besonders am Pankreas ist sie hilfreich, da sie einen soliden Tumor von entzündlichem Gewebe und von der Wand einer Zyste unterscheidet.
Dieses Video zeigt den Fall einer jungen Frau mit zwei Pankreaszysten, die ursprünglich als Pseudozysten angesehen wurden. EUS enthüllte zwei IPMNs sowie eine Masse im Schwanz der Bauchspeicheldrüse, die sich als NET G2 herausstellte.
Was der endoskopische Ultraschall leistet
Die Endosonographie vereint Endoskop und Ultraschallsonde in einem Gerät. Der Schallkopf erreicht das Pankreas über Magen oder Zwölffingerdarm auf wenige Millimeter Abstand, ohne störende Darmluft oder Bauchdecke. Dadurch entsteht eine Auflösung, die keine andere Methode für die Bauchspeicheldrüse bietet, mit Nachweis von Läsionen im Millimeterbereich, die der Computertomographie entgehen.
Zystische Läsionen des Pankreas
Nicht alle Zysten sind gleich, und die Unterscheidung bestimmt das Vorgehen. Pseudozysten sind entzündliche Flüssigkeitsansammlungen, meist nach einer Pankreatitis, ohne maligne Dynamik. IPMN, intraduktale papillär-muzinöse Neoplasien, sind echte Neoplasien mit Verbindung zum Gangsystem und können entarten, weshalb sie überwacht werden.
Wenn sich die Diagnose ändert
Ein als harmlos eingestufter Befund kann sich nach der Endosonographie als etwas ganz anderes erweisen, oder es findet sich eine zweite, bislang unentdeckte Läsion. Neuroendokrine Tumoren sind dafür ein typisches Beispiel: oft klein, langsam wachsend und symptomlos. Ihr Grad nach dem Ki-67-Index bestimmt Prognose und Therapie.
Nach dem Eingriff
Das gewonnene Material wird histologisch untersucht; dieser Befund und nicht das endoskopische Bild bestimmt das weitere Vorgehen. Die Erholung ist im Vergleich zu einer Operation kurz: Nahrungsaufnahme und Alltagsaktivitäten werden meist innerhalb weniger Tage schrittweise wieder aufgenommen. Der Patient erhält Hinweise zu körperlicher Schonung sowie zu Medikamenten, die die Blutgerinnung beeinflussen, insbesondere Antikoagulanzien und Thrombozytenaggregationshemmer. Entscheidungen über eine weiterführende Behandlung werden in der Regel interdisziplinär getroffen, unter Berücksichtigung von Histologie, Staging und Allgemeinzustand.
Zahlen im Überblick: Neuroendokrine Tumoren werden nach WHO 2019 anhand des Ki-67-Index eingeteilt: G1 unter 3 Prozent, G2 3 bis 20 Prozent, G3 über 20 Prozent. Die Endosonographie erreicht das Pankreas auf wenige Millimeter Abstand.
Häufige Fragen
Muss jede Pankreaszyste entfernt werden?
Nein. Pseudozysten sind entzündliche Ansammlungen ohne maligne Dynamik. IPMN dagegen sind echte Neoplasien und werden überwacht, wobei die Entscheidung zur Operation von Größe, Beteiligung des Hauptgangs und Risikomerkmalen abhängt. Die Endosonographie ist die Untersuchung, die diese Unterscheidung ermöglicht.
Wie lange dauert die Erholung?
Deutlich kürzer als nach einer Operation. Nahrungsaufnahme und übliche Alltagsaktivitäten werden meist innerhalb weniger Tage schrittweise wieder aufgenommen, abhängig von Ausdehnung und Lage des Befundes. Wichtig sind die Hinweise zu körperlicher Schonung und zum Umgang mit gerinnungshemmenden Medikamenten.
Quellen
- Cancer Research UK, Neuroendocrine tumours (NETs). https://www.cancerresearchuk.org/about-cancer/neuroendocrine-tumours-nets
Letzte Aktualisierung des Inhalts: September 2026 (15/09/2026).

