Definition
Die Leberzirrhose ist eine chronische, fortschreitende Lebererkrankung, die durch ausgedehnte Fibrose und Umstrukturierung der normalen Organarchitektur gekennzeichnet ist. Sie führt zum Funktionsverlust der Leber und kann schwere Komplikationen verursachen.

Pathogenese
Die Zirrhose ist das Endstadium chronischer Lebererkrankungen wie alkoholbedingte Lebererkrankung, chronische Hepatitis B und C, nicht-alkoholische Steatohepatitis sowie autoimmune oder metabolische Störungen. Chronische Entzündung und Zerstörung von Leberzellen führen zu deren Ersatz durch fibrotisches Gewebe.

Diagnose
Die Diagnose basiert auf der Krankengeschichte des Patienten, klinischen Symptomen (wie Müdigkeit, Ikterus, Bauchschwellung) und Laboruntersuchungen (erhöhte Leberenzyme, verminderte Albuminwerte). Bildgebende Verfahren (Ultraschall, CT, MRT, Elastografie) und eine Leberbiopsie bestätigen die Diagnose und beurteilen das Stadium der Fibrose.

Behandlung
Die Behandlung konzentriert sich auf die Behandlung der zugrunde liegenden Ursache und die Verhinderung von Komplikationen:

  • Ursachenorientierte Therapie: Alkoholabstinenz, Behandlung von Hepatitis B oder C oder Kontrolle metabolischer Faktoren.
  • Komplikationsmanagement: Medikamente gegen Aszites, Prävention von Blutungen aus Ösophagusvarizen und Kontrolle der hepatischen Enzephalopathie.
  • Lebertransplantation: Die einzige endgültige Therapie bei fortgeschrittener Zirrhose mit Funktionsausfall der Leber.

Eine frühzeitige Diagnose und eine enge Überwachung durch einen Hepatologen sind entscheidend, um die Lebensqualität zu erhalten und Komplikationen wie hepatozelluläres Karzinom zu verhindern.


Zahlen im Überblick: Nach Baveno VII kann bei einer Lebersteifigkeit unter 20 kPa und Thrombozyten über 150.000 auf die Screening-Endoskopie verzichtet werden. Ein Wert unter 10 kPa macht eine fortgeschrittene chronische Lebererkrankung unwahrscheinlich, über 15 kPa gilt sie als wahrscheinlich.

Häufige Ursachen sind die metabolische Fettlebererkrankung, chronische Virushepatitiden und Alkohol. Zu den Komplikationen zählen Ösophagus- und Magenvarizen sowie das hepatozelluläre Karzinom.

Häufige Fragen

Eine Fibrose vor dem Zirrhosestadium bildet sich zurück, wenn die Ursache entfällt, etwa nach Ausheilung einer Hepatitis C, bei Alkoholkarenz oder nach anhaltender Gewichtsreduktion bei metabolischer Lebererkrankung. Eine etablierte Zirrhose bildet sich in der Regel nicht vollständig zurück, kann sich aber stabilisieren, und im kompensierten Stadium bleiben viele Patienten über Jahre beschwerdefrei.

Kompensiert heißt, die Leber erfüllt ihre Funktionen und es bestehen keine Komplikationen. Von Dekompensation spricht man beim Auftreten von Aszites, Varizenblutung, hepatischer Enzephalopathie oder Ikterus. Dieser Übergang verändert die Prognose deutlich, weshalb seine Verhinderung das zentrale Behandlungsziel ist.

Nein. Nach den Baveno-VII-Kriterien kann bei kompensierter fortgeschrittener Lebererkrankung mit einer Lebersteifigkeit unter 20 kPa und Thrombozyten über 150.000 auf die Endoskopie verzichtet werden, da behandlungsbedürftige Varizen sehr unwahrscheinlich sind. Stattdessen erfolgen jährliche Kontrollen.

Quellen


Letzte Aktualisierung des Inhalts: September 2026 (22/09/2026).