Definition
Hepatitis bezeichnet entzündliche Zustände der Leber, die durch Viren (virale Hepatitis), toxische Substanzen (z. B. Alkohol, Medikamente) oder Autoimmunmechanismen verursacht werden können. Virale Hepatitis ist die häufigste Form und umfasst die Typen A, B, C, D und E.

Pathogenese

  • Hepatitis A und E: Werden hauptsächlich durch kontaminierte Lebensmittel oder Wasser übertragen und verursachen akute Infektionen.
  • Hepatitis B, C und D: Übertragung durch Kontakt mit infiziertem Blut, Körperflüssigkeiten oder von der Mutter auf das Kind. Sie können zu chronischer Hepatitis fortschreiten und das Risiko für Zirrhose und hepatozelluläres Karzinom erhöhen.

Diagnose
Die Diagnose basiert auf Laboruntersuchungen, einschließlich des Nachweises von Antikörpern und viraler RNA oder DNA, sowie der Beurteilung der Leberfunktion (Transaminasen, Bilirubin). Bildgebende Verfahren oder Leberbiopsien können zur Beurteilung von Leberschäden eingesetzt werden.

Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache:

  • Akute Hepatitis A und E: Unterstützende Therapie, da sie selbstlimitierend sind.
  • Chronische Hepatitis B und C: Antivirale Medikamente; moderne direkt wirkende Virostatika (DAAs) heilen Hepatitis C.
  • Autoimmune Hepatitis: Behandlung mit Kortikosteroiden und Immunsuppressiva.

Prävention durch Impfungen (für Hepatitis A und B), sichere sexuelle Praktiken und das Vermeiden gemeinsamer Nadeln ist entscheidend für die Kontrolle der Ausbreitung. Regelmäßige medizinische Überwachung ist wichtig, um Komplikationen wie Zirrhose und Leberkrebs zu verhindern.


Zahlen im Überblick: Die Hepatitis C ist heute in über 95 Prozent der Fälle heilbar, mit kurzer oraler Therapie. Gegen Hepatitis A und B stehen wirksame Impfungen zur Verfügung, gegen C nicht. Bei fortgeschrittener Fibrose oder Zirrhose erfolgt die Überwachung auf Leberkrebs alle sechs Monate.

Unbehandelt können chronische Verläufe zu Leberzirrhose und Leberkrebs führen. Differenzialdiagnostisch abzugrenzen ist die Fettlebererkrankung.

Häufige Fragen

Ja. Moderne direkt antiviral wirksame Medikamente erreichen Heilungsraten von über 95 Prozent, mit kurzer oraler Therapie und wenigen Nebenwirkungen. Die Heilung senkt zudem deutlich das spätere Risiko für Zirrhose und Leberkrebs. Eine Impfung gegen Hepatitis C gibt es nicht, wohl aber eine sehr wirksame Behandlung.

Wirksame Impfungen bestehen gegen Hepatitis A und Hepatitis B. Die Impfung gegen B schützt indirekt auch vor Hepatitis D, die nur bei bereits bestehender B-Infektion auftritt. Gegen Hepatitis C existiert keine Impfung.

Meist nicht, und genau darin liegt die Gefahr. Sie kann über Jahre oder Jahrzehnte völlig stumm verlaufen, während der Leberschaden fortschreitet. Viele Betroffene werden zufällig über leicht erhöhte Leberwerte entdeckt oder erst, wenn bereits eine Fibrose besteht. Deshalb ist die gezielte Testung von Risikogruppen so wichtig.

Quellen


Letzte Aktualisierung des Inhalts: September 2026 (22/09/2026).