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Dieser Patient stellte sich mit einem Adenoma der Papilla vor. Endosonographie und Kernspintomographie zeigte keine Beteiligung des Gallengangs. Wir führten eine komplikationslose Ampullektomie in weniger als eine halbe Stunde fort. Dies ließ sich eine größere Operation vermeiden.

Das Adenom der Papilla Vateri

Die Papilla Vateri ist die gemeinsame Mündung von Gallengang und Pankreasgang in den Zwölffingerdarm. Ein Adenom dort ist eine Präkanzerose und kann in ein Papillenkarzinom übergehen. Häufig fällt es zufällig bei einer Magenspiegelung auf oder nach einem Ikterus.

Warum die Staging-Untersuchung vorausgeht

Die entscheidende Frage vor dem Eingriff lautet, ob sich das Adenom in die Gänge hinein ausdehnt. Solange es auf die Papille begrenzt bleibt, ist die endoskopische Entfernung möglich. Bei intraduktaler Ausdehnung ist eine vollständige endoskopische Resektion nicht gewährleistet. Deshalb gehen Endosonographie und MRCP voraus.

Der Eingriff und seine Alternative

Die Papillektomie entfernt endoskopisch die Papille samt Läsion, bei Bedarf mit Stenteinlage in die Gänge. Die Alternative ist die Pankreatoduodenektomie, die Whipple-Operation, ein großer Eingriff mit Entfernung von Anteilen der Bauchspeicheldrüse und des Zwölffingerdarms. Der Unterschied in Morbidität und Erholung ist erheblich.

Nach dem Eingriff

Das gewonnene Material wird histologisch untersucht; dieser Befund und nicht das endoskopische Bild bestimmt das weitere Vorgehen. Die Erholung ist im Vergleich zu einer Operation kurz: Nahrungsaufnahme und Alltagsaktivitäten werden meist innerhalb weniger Tage schrittweise wieder aufgenommen. Der Patient erhält Hinweise zu körperlicher Schonung sowie zu Medikamenten, die die Blutgerinnung beeinflussen, insbesondere Antikoagulanzien und Thrombozytenaggregationshemmer. Entscheidungen über eine weiterführende Behandlung werden in der Regel interdisziplinär getroffen, unter Berücksichtigung von Histologie, Staging und Allgemeinzustand.

Häufige Fragen

Wann kann ein Papillenadenom endoskopisch entfernt werden?

Wenn es auf die Papille begrenzt ist und sich nicht in Gallengang oder Pankreasgang hinein ausdehnt. Das wird vor dem Eingriff mit Endosonographie und MRCP beurteilt. Bei intraduktaler Ausdehnung ist eine vollständige endoskopische Resektion nicht gewährleistet und es wird chirurgisch vorgegangen.

Wie lange dauert die Erholung?

Deutlich kürzer als nach einer Operation. Nahrungsaufnahme und übliche Alltagsaktivitäten werden meist innerhalb weniger Tage schrittweise wieder aufgenommen, abhängig von Ausdehnung und Lage des Befundes. Wichtig sind die Hinweise zu körperlicher Schonung und zum Umgang mit gerinnungshemmenden Medikamenten.

Quellen

Letzte Aktualisierung des Inhalts: September 2026 (14/09/2026).