Definition
Die Fettleber (hepatische Steatose) ist eine Erkrankung, die durch eine übermäßige Ansammlung von Fett in den Hepatozyten gekennzeichnet ist. Man unterscheidet zwischen der alkoholischen Fettleber (durch übermäßigen Alkoholkonsum) und der nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD), die hauptsächlich mit Stoffwechselstörungen in Verbindung steht.
Pathogenese
Bei der nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung hängt die Fettansammlung mit Insulinresistenz, Adipositas, Diabetes und Hyperlipidämie zusammen. Chronische Entzündungen können zu fortschreitenden Leberschäden wie Steatohepatitis und Zirrhose führen.
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel durch bildgebende Verfahren wie Ultraschall, CT oder MRT gestellt. Elastografie und in speziellen Fällen eine Leberbiopsie können zur Beurteilung von Entzündungen oder Fibrose herangezogen werden.
Behandlung
Die Behandlung umfasst Änderungen des Lebensstils wie Gewichtsreduktion, eine gesunde Ernährung (reich an Ballaststoffen und fettarm) und regelmäßige Bewegung. Der Verzicht auf Alkohol ist bei alkoholischer Fettleber entscheidend. Bei Steatohepatitis oder fortgeschrittener Fibrose können Medikamente und eine engmaschige Überwachung durch einen Hepatologen erforderlich sein. Eine frühzeitige Intervention verringert das Risiko von Komplikationen wie Zirrhose oder hepatozellulärem Karzinom.
Neue Bezeichnung: von NAFLD zu MASLD
Die Terminologie hat sich international geändert. Aus der nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD) wurde die steatotische Lebererkrankung bei metabolischer Dysfunktion (MASLD). Definiert wird sie nun positiv: Steatose plus mindestens ein kardiometabolischer Risikofaktor wie erhöhter Taillenumfang, erhöhter Blutzucker, Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörung. Aus NASH wurde entsprechend MASH.
Was die Verfettungsgrade bedeuten
Im Ultraschall wird die Steatose oft als Grad 1, 2 oder 3 beschrieben. Das ist eine halbquantitative Schätzung der Fettmenge, kein Maß für den Schweregrad der Erkrankung. Entscheidend für die Prognose sind Entzündung und Fibrose, die der Ultraschall nicht erfasst.
Die Fibrose ist das eigentliche Kriterium
Die Abklärung erfolgt stufenweise: zunächst der FIB-4-Score aus Alter, Transaminasen und Thrombozyten, der bei niedrigem Wert eine fortgeschrittene Fibrose unwahrscheinlich macht. Bei nicht beruhigendem Ergebnis folgt die Elastographie. Eine Leberbiopsie bleibt Einzelfällen vorbehalten.
Behandlung
Wirksamste Maßnahme bleibt die Gewichtsreduktion. Etwa 5 Prozent des Körpergewichts bessern die Steatose, eine stärkere Abnahme bessert Entzündung und bei vielen Patienten auch die Fibrose. Hinzu kommen mediterrane Ernährung mit Reduktion zugesetzter Zucker, regelmäßige Bewegung mit eigenständigem Nutzen, Alkoholkarenz und die Einstellung von Diabetes, Blutdruck und Lipiden.
Ein häufig übersehener Punkt: Patienten mit Fettleber sind stärker durch kardiovaskuläre Ereignisse gefährdet als durch Leberkomplikationen. Die Behandlung ist daher immer eine gesamtmetabolische.
Zahlen im Überblick: Eine Gewichtsreduktion um etwa 5 Prozent bessert die Verfettung, ab etwa 7 bis 10 Prozent bessern sich Entzündung und bei vielen Patienten auch die Fibrose. Der FIB-4-Score dient als erster Filter, die Elastographie als zweiter Schritt.
Bei fortschreitender Fibrose kann eine Leberzirrhose mit ihren Komplikationen entstehen, unter anderem Varizen und das hepatozelluläre Karzinom.
- 5 Prozent Gewichtsabnahme bessern die Steatose
- 7 bis 10 Prozent bessern die Entzündung und oft die Fibrose
- Der FIB-4 ist der erste Filter, die Elastographie der zweite Schritt
- Der Ultraschallbefund sagt nichts über den Schweregrad aus
Häufige Fragen
Quellen
- European Association for the Study of the Liver, EASL-EASD-EASO Clinical Practice Guidelines on the management of MASLD. https://doi.org/10.1016/j.jhep.2024.04.031
Letzte Aktualisierung des Inhalts: September 2026 (22/09/2026).

