Definition
Polypen sind abnorme Ausstülpungen der Schleimhaut im Verdauungstrakt, meist im Dickdarm. Sie können einzeln oder mehrfach auftreten und werden in adenomatöse (präkanzeröse) und nicht-neoplastische Polypen eingeteilt.

Pathogenese
Polypen können durch genetische Mutationen, chronische Reizung des Darms oder entzündliche Zustände entstehen. Adenomatöse Polypen tragen ein erhöhtes Malignitätsrisiko, insbesondere wenn sie größer als 1 cm sind oder histologische Hochrisikomerkmale aufweisen.

Diagnose
Die Diagnose erfolgt durch Koloskopie, die eine direkte Visualisierung und Entfernung der Polypen zur Biopsie ermöglicht. Bildgebende Verfahren wie die CT-Kolonographie können als Alternativen genutzt werden.

Behandlung
Die Behandlung umfasst die endoskopische Entfernung der Polypen, während bei Hochrisikofällen eine chirurgische Behandlung erforderlich sein kann. Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen durch Koloskopien sind notwendig, um die Entwicklung von Darmkrebs zu verhindern. Diätetische Änderungen und der Verzicht auf Rauchen können das Rückfallrisiko verringern.


Die Entfernung erfolgt im Rahmen der Darmspiegelung und ist der Mechanismus, über den der Darmkrebs verhindert wird. Größere oder flache Läsionen werden mittels submukosaler Dissektion abgetragen.

Zahlen im Überblick

  • Adenom unter 10 mm mit niedriggradiger Dysplasie: keine gesonderte Nachsorge
  • Adenom ab 10 mm, hochgradige Dysplasie oder ab 5 Adenomen: Kontrolle nach 3 Jahren
  • Unauffällige Vorsorge: nächste Koloskopie nach 10 Jahren
  • Beginn der Vorsorge mit 45 Jahren

Häufige Fragen

Nein. Hyperplastische Polypen tragen praktisch kein Risiko. Entarten können Adenome und sessile serratierte Läsionen, wobei die Entwicklung in der Regel Jahre dauert. Genau dieser langsame Verlauf macht die Vorsorge wirksam: Die Entfernung eines Adenoms unterbricht den Prozess, bevor ein Karzinom entsteht.

Ein oder zwei kleine tubuläre Adenome unter 10 mm mit niedriggradiger Dysplasie erfordern keine gesonderte Nachsorge. Ein Adenom ab 10 mm, eine hochgradige Dysplasie oder 5 und mehr Adenome führen zur Kontrolle nach 3 Jahren. Nach unauffälliger Vorsorge bei durchschnittlichem Risiko beträgt das Intervall 10 Jahre.

Mit der Mukosaresektion bei kleineren, begrenzten Läsionen, mit der submukosalen Dissektion bei ausgedehnten oder flachen Befunden, die dadurch in einem Stück abgetragen werden. Die En-bloc-Entfernung erlaubt die genaue Beurteilung von Rändern und Tiefe. Befunde, die früher chirurgisch versorgt wurden, werden heute überwiegend endoskopisch entfernt.

Quellen


Letzte Aktualisierung des Inhalts: September 2026 (22/09/2026).