Definition
Die Pankreatitis ist eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, die wie folgt unterteilt wird:

  • Akute Pankreatitis: Akute Entzündung, die oft nach der Behandlung abklingt.
  • Chronische Pankreatitis: Langfristige Entzündung, die dauerhafte Schäden und Funktionsstörungen der Bauchspeicheldrüse verursacht.

Pathogenese

  • Akute Pankreatitis: Die häufigsten Ursachen sind Gallenwegssteine und übermäßiger Alkoholkonsum. Weitere Ursachen sind Infektionen, Medikamente und Verletzungen.
  • Chronische Pankreatitis: Entwickelt sich nach wiederholten Episoden akuter Pankreatitis, häufig bedingt durch chronischen Alkoholismus, genetische Faktoren oder Autoimmunerkrankungen.

Diagnose
Die Diagnose basiert auf klinischen Symptomen, Laboruntersuchungen und bildgebenden Verfahren:

  • Akute Pankreatitis: Charakteristische Symptome sind starke Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen mit erhöhten Amylase- und Lipasewerten im Blut. CT-Scans helfen, die Schwere zu beurteilen.
  • Chronische Pankreatitis: Häufig verbunden mit Bauchschmerzen, Malabsorption und Gewichtsverlust. Bildgebende Befunde wie Verkalkungen oder Atrophie der Bauchspeicheldrüse bestätigen die Diagnose.

Behandlung

  • Akute Pankreatitis: Behandlung im Krankenhaus mit Flüssigkeitszufuhr, Schmerztherapie und Fasten zur Ruhigstellung der Bauchspeicheldrüse. Schwere Fälle können chirurgische Eingriffe oder Abszessdrainagen erfordern.
  • Chronische Pankreatitis: Schmerzmanagement, Enzympräparate zur Unterstützung der Verdauung und Verzicht auf Alkohol und fettreiche Lebensmittel. Schwere Fälle erfordern möglicherweise chirurgische Eingriffe zur Druckentlastung oder Entfernung beschädigter Bereiche.

Eine frühzeitige Diagnose und individuelle Therapie sind notwendig, um Komplikationen wie Pankreasinsuffizienz oder Pseudozysten und Neoplasien zu verhindern.


Zahlen im Überblick: Die Diagnose gilt als gesichert, wenn 2 von 3 Kriterien erfüllt sind: typischer Schmerz, Lipase oder Amylase mindestens 3-fach über der Norm, und passende Bildgebung. Entscheidend sind die ersten 24 bis 48 Stunden mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr. Eine längere Nahrungskarenz ist verlassen.

Häufigste Ursachen sind Gallensteine und Alkohol. Die chronische Form ist ein Risikofaktor für Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Zahlen im Überblick

  • Diagnose: 2 von 3 Kriterien – Schmerz, Enzyme 3-fach erhöht, Bildgebung
  • Die ersten 24 bis 48 Stunden der Flüssigkeitstherapie sind entscheidend
  • Die Enzymhöhe spiegelt den Schweregrad nicht wider
  • Antibiotika nicht routinemäßig, nur bei nachgewiesener Infektion

Häufige Fragen

Zwei von 3 Kriterien müssen erfüllt sein: typischer Schmerz, Lipase oder Amylase mindestens 3-fach über der Norm, und passende Bildgebung. Bemerkenswert ist, dass die Höhe des Enzymanstiegs nicht den Schweregrad widerspiegelt, eine sehr hohe Lipase bedeutet also nicht automatisch einen schweren Verlauf.

Entscheidend sind die ersten 24 bis 48 Stunden mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr, dazu eine wirksame Schmerztherapie und ein früher Kostaufbau, sobald er vertragen wird. Eine längere Nahrungskarenz ist verlassen. Antibiotika werden nicht routinemäßig gegeben, sondern nur bei nachgewiesener Infektion. Sind Gallensteine die Ursache, folgt die Cholezystektomie zur Rezidivprophylaxe.

Sie gilt als Risikofaktor, wobei die große Mehrheit der Betroffenen nie ein Pankreaskarzinom entwickelt. Die chronische Form verursacht zudem eine exokrine Insuffizienz, die mit Enzympräparaten behandelt wird, sowie einen Diabetes durch den Verlust insulinbildenden Gewebes. Ein neu aufgetretener Diabetes im höheren Alter ohne erkennbare Ursache sollte zur Abklärung des Pankreas führen.

Quellen


Letzte Aktualisierung des Inhalts: September 2026 (22/09/2026).